Zwischen Biochemie und Lebensgefühl

Was passiert in meinem Körper, wenn ich etwas fühle?

 

 

Etwa 100 Milliarden Nervenzellen kommunizieren im menschlichen Gehirn über elektrische Impulse oder verschiedene biochemische Moleküle. Diese Moleküle übertragen Informationen zwischen unseren Nervenzellen und sorgen damit dafür, dass unser Gehirn diese Informationen an unseren Körper weiterleitet.

 

Je nach Art dieses Moleküls wirkt sich das unter anderem darauf aus, wie wir uns fühlen. Dopamin zum Beispiel beeinflusst  unsere Lern- und Aufmerksamkeitsfähigkeit und Serotonin kann dafür sorgen, dass wir uns ‚wohl‘ fühlen. Hören wir Musik, die uns gefällt oder denken wir an eine schöne Erinnerung, so werden diese Glückshormone vermehrt ausgeschüttet. Ist die Erinnerung dagegen negativ konnotiert, so passiert das Gegenteil und wir fühlen uns ‚schlecht‘.

 

Der ganze Vorgang ist letztlich deutlich komplexer. Ich als Laie könnte der Komplexität des Gehirns wohl kaum gerecht werden. Auch will ich hier an dieser Stelle keine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Worum es mir geht ist die Frage, was die grobe Vorstellung dessen, was mein Körper beim ‚fühlen‘ macht, für meinen Alltag bedeuten kann.

 

Ich denke, jeder Mensch möchte glücklich sein. Sind wir es nicht, so suchen wir auf unterschiedliche Arten nach einem Weg dahin. Träumt ein Mensch seit Jahren von ‚dem einen Auto‘, so scheint das Glück zum greifen nahe, sobald wir die Schlüssel endlich in den Händen halten dürfen. Unser Gehirn überflutet uns mit Glückshormonen und alles scheint perfekt. Und dann?  Was wäre das ‚Glück‘ noch wert, wenn wir uns fortan immer ‚glücklich‘ fühlen würden?

 

So nimmt nach einer Zeit die Anzahl der Glückshormonausschüttung wieder ab. War es also umsonst? Und genau hier – denke ich – liegt der Fehler.  Denn wenn wir immer verstärkt das wahrnehmen, was nicht so gut läuft, dann sind unsere Gedanken damit beschäftigt, sich mit negativen Erfahrungen auseinander zu setzen. Legen wir unser Augenmerk hingegen auf die noch so klein wirkenden positiven Gedanken, so geben wir dem Gehirn die Möglichkeit die Produktion der Glückshormone wieder anzukurbeln. Ich bin der festen Überzeugung, dass darin der Schlüssel zu einem ‚glücklichen Leben liegen kann.

 

Doch egal wie sehr wir uns auch anstrengen können, das Leben wird niemals immer ‚glücklich‘ sein. Denn genauso wie Glück gehören Trauer, Wut, Enttäuschung und all die andern Gefühle, die uns das Leben schenkt, zum Leben dazu. Und das ist gut  so.

 

Theresa Waldvogel