Was ist mir wichtig?

 

 

In der vorliegenden Ausgabe des Gemeindebriefs wollen wir einen besonderen Menschen unserer Gemeinde vorstellen. Gisela Theis engagiert sich seit vielen Jahren intensiv. In den letzten Jahren hat sie sich in große und kleine Nachhaltigskeitsprojekte eingebracht und selbst ebensolche initiiert, ein zunehmend wichtiges Thema unserer Zeit. Ferner ist Gisela Teil des Presbyteriums und Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses. Zu dem Thema Nachhaltigkeit haben wir mit ihr ein kleines Interview geführt. Viel Spaß beim Lesen!

 

Liebe Gisela, ich freue mich sehr, dass wir uns heute sogar persönlich treffen können. Zwar mit viel Abstand und mit Maske, aber immerhin können wir uns in die Augen schauen. Da du viele kleine Nachhaltigkeitsprojekte in der Gemeinde initiiert und vorangetrieben hast, möchten wir dich in unserer Rubrik „Menschen unserer Gemeinde“ vorstellen.

Stell dich bitte kurz unseren Leser*innen vor.

 

Mein Name ist Gisela Theis und ich bin seit Ende 2010 Presbyterin in dieser Gemeinde. Ich beschäftige und engagiere mich hier vor allem im Bereich Kinder und Jugend und bei unserem Gartenteam. Aber auch bei unserer ökumenischem Arbeit bin ich aktiv.

 

Du bist eine der wesentlichen, wenn nicht gar die treibende Kraft in unserer Gemeinde hinsichtlich der vielen Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Wie kam es dazu?

 

Unsere Gemeinde hat sich schon seit vielen Jahren für das Thema interessiert, wie z. B. im Rahmen der Korkensammlung und der Altkleider- und Briefmarkensammlung. Durch die beiden letztgenannten werden auch soziale Arbeiten (Bethel) unterstützt.

Da aber das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert eingenommen hat und wir auch als Gemeinde Umweltbewusstsein „vor“-leben sollten, hatte ich gedacht, da ist noch Luft nach oben.

Unsere Jugendlichen haben mit der Sammlung von „alten“ Mobiltelefonen begonnen und den Sodastreamer im Gemeindehaus etabliert. Mit Irene Görtz war ich 2019 auf der FairTrade-Messe in der Kölner Innenstadt. Dort haben wir uns inspirieren lassen: Eine Folge davon war die Umstellung unseres Toilettenpapiers, wodurch wir den Aufbau von Sanitäranlagen in Entwicklungsländern unterstützen.

 

Wie kommst du auf ständig neue Ideen und Möglichkeiten?

 

Manchmal durch Zufall, wie bei der Sammlung der Wachskerzenreste. Die „Machbar“ in Pulheim (Unverpacktladen) sammelt diese für eine Wachskerzenfabrik in Karlsruhe. Diese recycelt die Reste zu neuen Kerzen und unterstützt mit einem kleinen Anteil des Umsatzes dort lokale soziale Projekte.

Oft sind es aber auch Ideen, die einem eben in den Kopf kommen, wenn man sich mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt.

 

Was sind die nächsten Themen, die du gemeinsam mit der Gemeinde umsetzen möchtest? Oder für welches Problem suchst du aktuell eine Lösung?

 

Ich möchte gern, dass wir uns an der „Deckel-Drauf“-Aktion beteiligen, der Sammlung von Plastikflaschendeckeln. Durch den Verkauf dieser Deckel an Wiederaufbereitungsbetriebe werden Polio-Impfungen finanziert, mit dem Ziel, diese Krankheit weltweit auszurotten.

 

Wie kam es, dass du dich so intensiv in der Gemeinde engagierst?

 

Ich fühle mich in unserer Gemeinde sehr wohl. Der Umgang hier miteinander ist offen und ehrlich, jeder hilft im Rahmen seiner Möglichkeiten. Das finde ich großartig und dafür lohnt es sich auch, sich zu engagieren.

 

Gibt es etwas, bei dem unsere Leser dich bei deinen Bemühungen unterstützen können?

 

Oh, ja. Es gibt bestimmt viele Menschen in unserer Gemeinde mit großartigen Ideen, was man bzgl. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein noch ins Leben rufen kann. Ich würde mich freuen, wenn diese Menschen den Mut finden, sich mit ihren Ideen an uns zu wenden. Daher der Aufruf an alle Menschen aus Geyen, Sinthern, Manstedten und Widdersdorf: Sprecht uns an, gemeinsam könnten wir diese Ideen vielleicht in die Tat umsetzen und falls es Menschen gibt, die sich gerne bei Gartenarbeit austoben möchten: Wir haben ein tolles Gartenteam, das Verstärkung dringend nötig hat. Vor allem, da wir das Außengelände um unser Gemeindehaus neu, insekten- und bienenfreundlich gestalten wollen. Die Mitarbeit muss nicht regelmäßig sein, auch temporäre Unterstützung wäre super!

 

Das Interview führte Jonas Heinrich.