Im Gespräch mit Vanessa Schmitz

 

 

Musik zu machen mit der Querflöte oder vor etlichen Jahren im Hintergrund als Geschäftsführerin der Singschule, auf  Familienfreizeiten mittendrin im Geschehen, Gottesdienste leiten, gerne auch an Heiligabend – es gab und gibt vieles, wo Vanessa Schmitz in unserer Kirchengemeinde präsent ist! Als Prädikantin ist sie ausgebildet, um mit der Gemeinde an Sonn- und Feiertagen Gottesdienste zu feiern, aber auch für Taufe, Trauung oder Bestattung.

 

Theresa Waldvogel hat mit ihr gesprochen.

 

 

Prädikantin zu sein, heißt für Sie in erster Linie…

 

… die Gemeinde (und damit meine ich in erster Linie die christliche Gemeinschaft vor Ort) mit meinem Dienst zu unterstützen.

 

Wie sind Sie zu dieser Arbeit gekommen?

 

Ich bin ein Zweifler, ein ungläubiger Thomas. Die Zurüstung zur Prädikantin und die Arbeit als solche entspringt dem Wunsch, meinen eigenen Glauben zu stärken.

 

In welchen anderen Bereichen der Gemeinde sind/waren Sie außerdem aktiv?

 

Ich spiele gerne mal im Gottesdienst Querflöte und organisiere seit vielen Jahren das Krippenspiel der Grundschulkinder an Heiligabend. Da meine Kinder längst zu alt dafür sind, gebe ich diese Tätigkeit gerne weiter. Vielleicht findet sich auf diesem Wege jemand, der das im nächsten Jahr gerne übernehmen möchte und dieses Jahr schon reinschnuppern möchte.

 

Was war Ihre schönste Erinnerung?

 

Familie ist ganz wichtig, deshalb: eine Hochzeit und zwei Geburten!

 

Können Worte bewegen?

 

Ja! Das merke ich besonders bei Trauerfällen.

 

Was ist der perfekte Zeitpunkt/Ort für Sie, um Musik zu hören?

 

Immer, überall und in jeder Stimmung – es muss nur die jeweils passende Musik sein.

 

Braucht der Mensch Religion?

 

Der Mensch braucht eine individuelle Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Diese Antwort kann, muss aber nicht, mit Religion beantwortet werden. Religion macht in diesem Zusammenhang aber häufig den Gläubigen zu einem „besseren Menschen“.

 

Was kann die Evangelische Kirche heute für Gläubige sein?

 

Physische Gemeinschaft, psychologische Lebenshilfe, moralische Leitlinie.

 

Hat die Kirche eine Zukunft?

 

Yuval Harari, den ich sehr schätze, hat einmal in einem Interview gesagt: „Die Menschen werden sich ständig neu erfinden müssen, viel häufiger als heute.“ Das gilt auch für die Institution Kirche!

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, dann …

 

… würde ich ständig über die Dinge nachdenken, die ich mir nicht wünschen konnte: Frieden auf Erden, Gerechtigkeit und Nahrung für alle Menschen, Gottes Himmelreich unter uns, Glück und Gesundheit etc.

Ganz profan wünsche ich mir eine neue Flöte und spare seit längerer Zeit darauf.

 

An welches Geschenk erinnern Sie sich besonders gerne?

 

Meine Tochter hat mir im Grundschulalter mal eine Blume gebastelt, auf welche sie die Worte „Meine Mama ist wie ein Kuscheltier.“ geschrieben hatte. Das rührt mich heute noch zu Tränen.

 

Gibt es etwas, bei dem die Menschen in unserer Gemeinde Sie in Ihrer Arbeit unterstützen können?

 

Da wäre noch das in der dritten Frage erwähnte Krippenspiel…

 


 

Als Kirchengemeinde freuen wir uns, dass Persönlichkeiten wie Vanessa Schmitz und andere, z.B. Hans Kippes, unsere gottesdienstlichen Aufgaben mit verantworten. Ohne sie wäre vieles nicht möglich. In wenigen Jahren, wenn etliche der aktuell aktiven Pfarrer:innen in den Ruhestand gehen, werden Prädikant:innen eine noch größere Rolle spielen (müssen) als heute.

Haben Sie Interesse, Ihre Kompetenzen zu erweitern und bei uns einzubringen? Es wartet auf Sie eine fundierte Ausbildung, die von der Evangelischen Kirche im Rheinland verantwortet wird. Sprechen Sie uns an!