Drei Jahrzehnte mit viel Gefühl für Senior:innen im Einsatz

 

 

Alles begann mit dem Austragen des Gemeindebriefes in Geyen vor über 30 Jahren. Dann – 1989 – lernten Brigitte Dreger und Pfarrer Rolf Lenhartz sich bei seinem Antrittsbesuch in dem kleinen Örtchen kennen. Das sollte der Beginn einer langen, fruchtbaren Zusammenarbeit werden. Im gleichen Jahr stieg sie als Katechetin einer Hausgruppe, zu der die eigene Tochter gehörte, in die Konfirmandenarbeit ein. So wurde der Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde enger.

 

Da musste Brigitte Dreger auch nicht lange überlegen, als Pfarrer Lenhartz 1992 die Idee einer Adventsfeier für Seniorinnen und Senioren hatte – und damit nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf: der Seniorennachmittag war erfunden.

 

Gleich mit 20 interessierten Seniorinnen und Senioren startete das Projekt und jedes Treffen findet bis heute unter einem  anderen Motto statt. Mal ist das Thema „Bäume und Wurzeln“ oder „Erinnerungen“, mal „Zufriedenheit“, „Glück“ oder  „Erntedank“. Einmal im Vierteljahr gibt es diesen Schwerpunkt und das Treffen, das von einem sechsköpfigen Team um Frau Dreger liebevoll vorbereitet wird. 

 

Jetzt aktuell dreht sich der Seniorennachmittag um die „Kartoffel“, eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel überhaupt, ihre Geschichte und Vielfalt. Da werden verschiedene Kartoffelsorten besorgt, Kartoffelkuchen gebacken, Lieder gesungen, Kaffee
getrunken – ein rundes, abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, um den Seniorinnen und Senioren in unserer Gemeinde eine Freude zu machen.

 

Das ist Brigitte Dreger eine Herzensangelegenheit, Freude bereiten, ein Zeichen setzen gegen Einsamkeit, Isolation und das Vergessenwerden. Früher, erzählt sie, habe man mehr zusammengehalten, viele waren aus Ostpreußen geflüchtet, hatten hier eine neue Heimat gefunden, waren immer in Kontakt untereinander.

 

Doch von dieser Generation leben nur noch ganz wenige und die sind gesundheitlich leider nicht mehr in der Lage, an diesen Aktivitäten teilzunehmen; heute erlebe sie die Seniorinnen und Senioren länger aktiver und meist auch gesünder. Diesen Zusammenhalt gebe es so nicht mehr und die älteren Menschen seien auch oft nicht mehr so ins Familienleben der Nachkommen eingebunden wie damals, wohnten häufig allein.

 

Besonders schwierig sind die Sonntagnachmittage, für Alleinstehende manchmal geradezu ein Horror. Da trägt Frau Dreger schon lange eine Vision mit sich herum: an Sonntagnachmittagen einen regelmäßigen Treffpunkt anbieten, unkompliziert,
ohne viel Vorbereitungen, wer kommen mag, der kommt. Man könnte zusammen spielen, etwas erzählen oder ähnliches, ohne großen Aufwand.

 

Und einen besonderen Wunsch hat sie noch nach 30 Jahren Arbeit für „Ihre“ Senior:innen: Dass sich jemand findet, der/die ihre Arbeit fortführt mit frischem Schwung.

 

 

Isabell Langkau