Die „Bewahrung der Schöpfung“ zum festen Tagesordnungspunkt

 

 

Gisela Theis arbeitet seit 2010 im Presbyterium mit. Ihr Engagement erstreckt sich von der Arbeit mit Kindern über Musik und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Ökologie.

 

Auf ihre Initiative hin wurden nicht nur eine Blühwiese am Gemeindehaus angelegt und das grüne Datenkonto eingerichtet, sondern die „Bewahrung der Schöpfung“ zum festen Tagesordnungspunkt auf der Tagesordnung jeder Presbyteriumssitzung eingerichtet.

 

Gisela, dein Herz schlägt „grün“. Kann man das so sagen und woher resultiert dein Engagement in diesem Bereich?

 

Die Themen Umwelt und Klimaschutz bewegen mich schon seit sehr langer Zeit. Es bedrückt mich, wenn ich tatenlos mit ansehen muss, wie wir als Menschen mit unseren Mitgeschöpfen und der Umwelt gedankenlos und ausbeuterisch umgehen, nur um einen wirtschaftlichen oder temporären monetären Vorteil zu erlangen. Hier in unserer Gemeinde haben wir die Möglichkeit, in kleinem Rahmen positive Impulse zu setzen, die zum Nachdenken und Nachahmen bzw. Mitmachen anregen können.

 

Magst du ein oder zwei Projekte im Bereich unserer Gemeinde benennen, die dir besonders wichtig sind?

 

Die oben schon erwähnte Blühwiese und unsere Recyclingbar haben auch unsere katholische Gemeinde hier in Widdersdorf inspiriert. So gibt es jetzt auch dort eine Blühwiese im Pfarrgarten. Die Deckel- und Kronkorkensammelaktion verfolgen wir gemeinsam.

 

Ein weiteres Projekt ist die Wachskerzenrestesammlung für Büchsenlichter in der Ukraine, wo wir gemeinsam sammeln und letztes Jahr ca. 400 kg Wachskerzen an die Sammelstelle übergeben konnten.

 

Außerdem haben wir uns letztes Jahr am 1. Advent an der Orangen-Aktion „süß statt bitter“ beteiligt.

 

Mit der Orangen-Aktion „süß statt bitter“ wurden Menschen weit über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus erreicht. Soll die Aktion im kommenden Winter wiederholt werden und was kann sie erreichen?

 

Es wäre schön, wenn wir diese Aktion wiederholen könnten und sich hier noch ein paar weitere Menschen aktiv bei der Organisation beteiligen würden. Die westfälische Landeskirche unterstützt diese Aktion schon seit mehreren Jahren. Sie bietet die Chance, uns hier in Deutschland für das Thema der Obst- und Gemüseplantagen und der dort oftmals katastrophalen Ausbeutung der Arbeiter zu sensibilisieren. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, kauft man bewusster ein, vor allem in den Supermärkten.

 

In welcher Beziehung steht dein vielfältiges Engagement zum christlichen Glauben?

 

Ich versuche, Kernpunkte, wofür der christliche Glaube steht, nach außen zu vermitteln: Nächstenliebe und Toleranz, Erhalt der Schöpfung.

 

Gibt es einen Appell, den du aussprechen möchtest und wie könnte er lauten?

 

Wir sind nicht die Krönung der Schöpfung, sondern nur ein kleines Rädchen in dem sehr komplexen, ökologischen Kreislauf der Natur. Das bedeutet, dass wir der gesamten Schöpfung mit Respekt und Achtung begegnen und achtsam mit ihr umgehen sollen. Wenn ich einen Wunsch hätte, wäre es, dass wir uns viel mehr in der Natur bewegen, sie erleben und sie lieben lernen. Denn, nur wenn man etwas von Herzen liebt, wird man alles Erdenkliche dafür tun, dieses zu beschützen.

 

 

Hier geht es zum Portal „Bewahrung der Schöpfung“ unserer Landeskirche!